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Critical Mass September
Critical Mass am 1. September 2026 zum Thema „Mit dem Rad zur Schule“
DENN: Sichere Schulwege stärken Kinderrechte
Die Förderung des Radfahrens zur Schule ist keine reine Verkehrsfrage. Es geht um Gesundheitsvorsorge, um die Entwicklung von Selbständigkeit und um die praktische Umsetzung der Rechte von Kindern auf sichere Mobilität und persönliche Entwicklung – wie sie auch in der UN-Kinderrechtskonvention verankert sind. Investitionen in sichere Radinfrastruktur sind daher Investitionen in die Zukunft unserer Kinder.
Mit dem Rad zu Schule bietet viele Vorteile…
Wenn Kinder regelmäßig Rad fahren, z.B. auf dem Weg zur Schule kommen viele positive Effekte zusammen: Kinder, die sich bereits am Morgen an der frischen Luft bewegen sind wacher und später konzentrierter im Unterricht. Diese tägliche Bewegung trägt maßgeblich zur körperlichen Gesundheit bei – ein Aspekt, der angesichts des zunehmenden Bewegungsmangels im Kindesalltag immer wichtiger wird.
Darüber hinaus fördert das Allein oder mit Freunden Unterwegssein die Selbständigkeit der jungen Menschen: „Ich schaffe diesen Weg selbst.“ Diese Kompetenz stärkt ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten weit über den Schulweg hinaus.
Gemeinsames Radfahren mit Freunden festigt auch soziale Kompetenzen. Kinder lernen Rücksichtnahme, Absprachen treffen und miteinander unterwegs zu sein. Und nicht zuletzt entlastet die Fähigkeit, auch zu Hobbys und anderen Veranstaltungen selbständig mit dem Rad zu fahren, auch die Eltern erheblich in ihrem Alltag.
…gleicht aber manchmal einem Hürdenlauf
Trotz dieser Vorteile gibt es oft gerade von Eltern bedenken, ihre Kinder allein mit dem Rad zur Schule zu schicken. Fehlende Radwege, unübersichtliche Kreuzungen und parkende Autos, die Sichtbeziehungen blockieren – vor allem vor abgesenkten Bordsteinen, die eigentlich Straßenquerungen erleichtern sollten –, machen das Radfahren gefährlich.
Die Lösung ist oft das sog. „Eltern-Taxi“, was kurz vor Schulbeginn ein hohes Verkehrsaufkommen verursacht. Diese Konzentration von ankommenden, haltenden und abfahrenden Autos direkt vor den Schultoren führt zu Unübersichtlichkeit und erhöht das Unfallrisiko für alle – gerade auch für jene Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen.
Und jetzt die gute Nachricht:
Es gibt bewährte Maßnahmen, um die Rechte von Kindern auf sichere Schulwege zu stärken.
- Sehr einfach ist die Einführung von Tempo-30-Zonen oder temporärem Tempo-30 vor Schulen. Sie reduzieren das Unfallrisiko erheblich. Seit der Novelle der StVo können Kommunen diese Temporeduzieren vor Schulen einfach anordnen.
- Auch (Temporäre) Schulstraßen können seit der Novelle einfach angeordnet werden. Hier werden Straßen im näheren Umfeld von Schulen, temporär oder dauerhaft vom Autoverkehr befreit. So entstehen geschützte Räume vor Schulen. In extra eingerichteten Kiss-An-Drive-Zonen können Kinder, die von Eltern mit dem Auto gebracht werden müssen, verabschiedet werden und die letzten Meter zur Schule gemeinsam mit ihren Schulkammerad*innen gehen.
- Sichere Querungen durch Ampelanlagen und Zebrastreifen, kombiniert mit baulichen Maßnahmen wie Bodenschwellen, Fahrbahnverengungen und Plateau-Pflasterungen, schaffen zusätzliche Sicherheit.
- Gemäß dem Konzept der „Bespielbaren Stadt“ lassen sich sichere Schulwege am effektivsten durch eine Kombination aus baulichen, verkehrslenkenden und pädagogischen Elementen erreichen. Jena gestaltete hierfür ein Pilotprojekt rund um die Grundschule Westschule. Im Fokus standen jedoch zunächst zu Fuß gehende Kinder. Eine Übertragung auf den Radverkehr wäre wünschenswert.
- Die Initiative „Kinderfreundliche Kommune“ integriert Kinderschutzkriterien direkt in die kommunale Verkehrsplanung. Parallel dazu helfen Schulwegdienste, Schülerlotsen und gezielte Verkehrserziehung, die Eigenverantwortung der Kinder zu stärken.
Jeder ist eingeladen mitzuradeln.
Als Critical Mass zeigen wir, dass wir Radfahrenden ein relevanter Teil des Straßenverkehrs sind. Wir fordern eine Infrastruktur, die sich zum Ziel setzt, dass alle Menschen die freie Wahl haben, mit welchem Verkehrsmittel sie ihr Ziel erreichen wollen. Ungeachtet ihres Alters, ihrer finanziellen Möglichkeiten oder ihres Wagemuts. Alle Interessierten sind herzlich zum Schnack auf dem Rad unter Freunden und Gleichgesinnten eingeladen.
FAHRT MIT
An der CM kann jeder mitmachen: Groß und Klein, Gelegenheitsradler, passionierte Tourenradler, Fahrradpendler oder Radeinsteiger egal ob auf Rennrad, E-Bike, Lastenrad, Tandem, City- oder Tourenrad. Die Critical Mass Jena eine angemeldete Demonstration, weshalb auch Kinder unter acht Jahren auf der Fahrbahn mitfahren dürfen. Weitere Informationen zur Critical Mass Jena
Alle Radfahrenden Jenas sind eingeladen, sich zu beteiligen, das Anliegen zu unterstützen und ihre Themen mitzubringen.
Mit unserer Aktion beteiligt sich die Critical Mass Jena an der RADvolution des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Wir fordern ein modernes Straßenverkehrsrecht, das alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt. Dies bedeutet sichere Wege und Kreuzungen im öffentlichen Raum für alle Verkehrsteilnehmenden – Fußgänger*innen, Radfahrer*innen, Kraftfahrzeugführer*innen.
Die Ziele sind mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden, lebenswertere Städte und einen zentralen Beitrag zur Verkehrswende und somit gegen den Klimawandel.
www.radvolution.de
CRITICAL MAPS
Mit der App Critical Maps können wir die CM in ganz Jena sichtbar machen. In der App teilen die Teilnehmer der Critical Mass ihre GPS Koordinaten mit den anderen Mitfahrern. So kann man sehen, wo gerade eine kritische Masse an Radfahrenden unterwegs ist. So können auch diejenigen, die spät dran sind oder eine Pause brauchten, auf der Route dazu stoßen. Die App ist open source, entspricht der DSGVO und ist für Android und iOS verfügbar.
Seid dabei! Seid sichtbar! Bringt Euch ein!
1. September 2026, 18 Uhr Holzmarkt.